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Blähbauch – eine never ending story…

Die meisten Menschen in meinem Umfeld kennen mich schon gar nicht mehr anders. Ich habe schon sehr sehr lange, sehr sehr oft Probleme mit meinem Bauch. Es ist mal besser, mal schlechter. Aber so ganz weg ist es leider nie.

Was genau heißt das? Das heißt, dass ich viele Dinge nicht vertrage.
Welche Dinge? Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht. Das ist ja das Problem. An manchen Tagen vertrage ich einige Dinge gut, an anderen Tagen überhaupt nicht.
Das Einzige, das ich weiß ist, dass ich eine Laktoseintoleranz habe. Aber sonst? I don’t know..

Über Probleme im Magen-/Darmbereich sprechen die Menschen – komischerweise – nicht so gerne. Es ist ihnen peinlich oder unangenehm. Aber wieso? Es ist doch etwas total natürliches!?
Als ich vor kurzem auf Instagram meine akuten Problem angesprochen habe, habe ich unglaublich viel Feedback bekommen. So viele von euch leiden genauso sehr wie ich. Das tat mir so Leid 🙁 Wie sehr das alles auf die Psyche geht, wissen sicherlich nur Menschen, die ähnliches erleben.
Deswegen möchte ich gerne noch etwas ausführlicher auf dieses Thema eingehen..

Nach meinem Amerika-Urlaub (ja, ich sitze schon seit Wochen an dem Blogpost darüber. Ich bin gerade allerdings erst bei Tag 3 – von 21 – und habe schon 3 Seiten geschrieben. Das dauert also noch ne Weile haha) hatte ich leider eine fiese Mandelentzündung. Ich hatte so etwas seit JAHREN nicht mehr. So lange, dass ich gar nicht mehr weiß, wann eigentlich zuletzt. Naja jedenfalls habe ich mich die ersten Tage noch gesträubt Antibiotikum zu nehmen. Ich hatte gehofft, dass es auch so verschwindet. Leider nein. Leider gar nicht. Ich hasse Antibiotikum. Bisher musste ich das Teufelszeug – toi toi toi – nur 3-4 Mal nehmen. Ansonsten versuche ich das immer zu vermeiden. Ich vertrage das einfach nicht. Mein Körper spielt total verrückt. Ich bekomme davon teilweise richtige Depressionen.
Tja .. Auch diesmal blieben die Nebenwirkungen nicht aus.. Nur hatte ich so etwas heftiges vorher noch nie erlebt. Ab Tag 4 der Antibiotikum-Einnahme hatte ich aufeinmal einen total aufgeblähten Unterbauch. Dauerhaft. Egal was ich gegessen habe. Es wurde immer schlimmer. Ich hatte Schmerzen. Ich habe schlecht Luft bekommen, weil alles gedrückt hat. Mein Bauch war steinhart. Nach jedem Essen ging es mir so schlecht. Egal was es war. Selbst Schonkost ging nicht. Es war ein Alptraum. Ich wurde von Tag zu Tag fertiger.

Wie äußern sich meine Probleme generell?!

  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Magenschmerzen
  • Unterleibkrämpfe
  • Aufgeblähter Bauch
  • Völlgefühl
  • Müdigkeit

All das habe ich wochenlang durch gemacht. Diese Beschwerden habe ich generell immer mal wieder. Aber so heftig, wie die letzten Wochen, hatte ich das noch nie. Das Antibiotikum hat einfach alles zerstört. Meine komplette Darmflora war im Arsch. Alle guten Bakterien, die der Darm nun mal braucht, um richtig zu arbeiten, waren weg. Und wisst ihr, was das Schlimmste für mich war? Seit dem Amerika-Urlaub ging es mir vom Magen/Darm her seit langem mal wieder RICHTIG GUT. Ich hatte über mehrere Wochen hinweg so wenige Probleme damit. Das hat mich so glücklich gemacht. Tja.. und dann sowas.. von 90 Prozent auf 0 Prozent runter. Wieder alles auf Anfang. Ich hätte kotzen können. Und heulen. Ich fand das so unfair. So scheiße. So nervig.

Ich bin sonst wirklich ein positiver Mensch. Sehe immer das Gute. Bin stark. Aber in den letzten Wochen fiel mir das unheimlich schwer. Es hat mich wirklich sehr belastet. Nicht nur der ständige Blähbauch. Es geht vielmehr darum, wie man sich generell fühlt. Wenn man ständig Schmerzen hat und Luft im Bauch, dann kann das einem echt Lebensqualität nehmen. Sobald es um das Thema Essen ging, ging in mir der innerliche Stress los. Ich bin ein Genussesser. Ich LIEBE gutes Essen. Vielleicht mal ein Glas Wein dazu. Und plötzlich muss man sich so viele Gedanken über das Essen machen. Immer was dabei haben, was man einigermaßen verträgt. Weil eben mal schnell irgendwo was kaufen geht gerade nicht. Ich musste immer weit im Voraus planen. Konnte weniger genießen. Habe ständig eine „Extrawurst“ gebraucht. Meine Gedanken drehten sich nur noch um’s Essen. Was vertrage ich. Was vertrage ich nicht. Rückschritt hoch 100. Ätzend!!
Aktuell bin ich auch noch nicht an dem Punkt, dass ich sagen kann „Es ist alles wieder gut“. Aber es ist wieder besser. Ich bin jetzt vielleicht wieder bei 40 Prozent.

Was habe ich in den letzten Wochen gemacht, dass es mir wieder besser geht?

Die Frage ist eher: Was habe ich nicht gemacht 😀

Ich habe wirklich sooo viele verschiedene Sachen ausprobiert. Deswegen kann ich letztendlich gar nicht genau sagen, was mir davon geholfen hat. Vielleicht die Kombination aus allem inklusive Zeit und Geduld!? Ich weiß es nicht. Aber ich teile gerne meine „Versuche“. Vielleicht ist für euch noch eine Anregung dabei. Letztendlich muss nämlich jeder für sich, jeder für seinen Körper, den richtigen Weg finden.

Versuch Nummer 1 – Darmreinigung/Darmsanierung
Das war mein erster Versuch. Eine Darmreinigung/Darmsanierung habe ich schon mal gemacht (siehe hier und hier)
Dazu nimmt man u.a. jeden Morgen und jeden Abend einen Shake bestehend aus Flohsamenschalenpulver und Heilerde, gemischt mit Wasser, zu sich. Pfui. Schon mal jemand Erde im Mund gehabt?! 😀 Flohsamenschalenpulver hat viele Ballaststoffe. Ballaststoffe sind gut für die Verdauung. Sie regen den Darm an zu arbeiten. Tja… in meinem Fall haben die meinen Darm allerdings eher gereizt.

Fazit: Zu viele Ballaststoffe sind gerade absolut nicht gut für mich und meinen Darm!!

Versuch Nummer 2 – Symbio Flor 2
Habe ich vom Arzt verschrieben bekommen. Man nimmt die Tropfen auch bei einem Reizdarm ein. Also habe ich 2 Wochen lang morgens, mittags und abends die Tropfen genommen. Bis mir eines Tages im Büro das Fläschchen aus der Hand gefallen ist und sich der gesamte Inhalt über den Küchenboden verteilt hat. Da dachte ich mir dann „Das Schicksal möchte wohl nicht, dass ich diese Tropfen weiter nehme“. Also habe ich damit aufgehört.

Fazit: Hat mir eigentlich ganz gut getan. Also schlecht ging es mir während der Einnahme jedenfalls nicht. Aber die Beschwerden waren trotzdem noch zu häufig da.

Versuch Nummer 3 – OmniBiotic 10
Wurde mir von mehreren Followern empfohlen und dann auch noch von einer lieben Freundin. Ist schweineteuer.. Aber was soll’s 😀
Das Pulver nehme ich nun seit 2-3 Wochen. Anfangs früh und abends, inzwischen nur noch morgens.

Fazit: Ich habe das Gefühl, dass mir das hilft. Ich habe damit keinerlei Probleme und meine Beschwerden werden nach und nach besser.

Außerdem nehme ich seit Beginn meiner Beschwerden bzw. Ende meiner Antibiotikum-Einnahme noch Probiotikum-Kapseln zu mir.

Wie sieht meine Ernährung aktuell aus?

Ich verzichte auf Milchprodukte (mache ich sowieso meistens, wegen meiner Laktoseintoleranz), außerdem auf Weizen/Weißmehl und auf Alkohol. Zucker wird auch kaum bis gar nicht konsumiert. Kein Kaffee (trinke ich sowieso sehr sehr sehr selten), nicht zu scharf usw.

Was ich also momentan esse:

  • Porridge (mit Wasser und ein wenig Sojajoghurt + Obst)
  • Salat (versuche ich aber auch nur selten, wegen Rohkost und blähender Wirkung)
  • Ofengemüse/Gemüsepfanne mit Quinoa z.B. oder mal Fisch dazu
  • Reiswaffeln (die halten mich tagsüber einigermaßen bei Laune)
  • Obst (aber nur wenig)
  • Asiatisch (vertrage ich nämlich sehr gut) Thai-Curry mit Gemüse, Suppen mit Reisnudeln, Sushi usw.
  • Trinken: Wasser (still) und ungesüßten Tee (Vorallem Magentee’s)

So einen richtigen Geheimtipp habe ich also nicht, wie ihr seht. Ich versuche mich selbst noch aus und bin noch immer auf der Suche nach dem „richtigen“ Weg.

Im Moment geht es mir zumindest besser, als noch vor 2-3 Wochen. Das zählt. Und auch der Gedanke daran, dass ich mich glücklich schätzen kann „nur“ so ein kleines Problem in meinem Leben zu haben. Klingt immer doof.. Aber es gibt so viele Menschen, denen es wesentlich schlechter geht. Allerdings darf man auch nicht unterschätzen, dass gerade so Magen-/Darmprobleme echt sehr schnell auf die Psyche schlagen. Bei mir ist das zumindest so. Und dann muss ich echt aufpassen, dass das nicht ausartet. Aber ich habe mich wieder ganz gut gefangen. Meine Darmflora wird wieder besser. Im August will ich aufjedenfall noch zu einer Heilpraktikerin gehen und mal alles durchchecken lassen. Vielleicht kann die herausfinden, welche Unverträglichkeiten ich habe bzw. wo mein Ungleichgewicht im Körper ist.

Was ich außerdem dafür tue, dass mein Körper wieder ins Gleichgewicht kommt?

Sport. Ich gehe laufen. Ich gehe ins Fitnessstudio. Regelmäßig. Ich trainiere, powere mich aus, schwitze und halte somit meinen Stoffwechsel in Schwung. Ich mache Yoga. Entspanne mich. Atme ganz bewusst und vorallem tief in den Bauch. Meditiere. Atme dabei auch in den Bauch. Konzentration: Bauch! Ich massiere meinen Bauch regelmäßig ein wenig. Streichle ihn. Ich lege mir eine Wärmflasche drauf oder entspanne in der Badewanne. Ich mache Spaziergänge, versuche mich generell so viel wie möglich zu bewegen. Vorallem nach dem Essen. Ich esse nicht unter Druck. Ich kaue viel und bewusst. Ich esse langsam. Ich gebe mir und meinem Körper die Zeit sich wieder zu erholen.

Solltet ihr also auch solche Probleme haben.. Versucht immer wieder eure Gedanken dahingehend zu verändern/zu lenken, dass ihr auch entspannen müsst. Nur so kann sich der Magen/Darm entspannen und in Ruhe arbeiten. Je mehr Gedanken man daran verschwendet, desto schlimmer wird es. Versucht euch abzulenken. Es wird besser. Die Hoffnung nicht aufgeben.

Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und noch den ein oder anderen Tipp für mich oder Leidensgenossen? Immer her damit 🙂

 

3 Comments

  1. Kathrin

    Juli 12, 2018 at 10:08 am

    Ich fühle mit dir.
    Es ist ein ständiges auf und ab. Mal hat man gute Tage und auch gute Wochen. Aber weg ist es nie ganz. Ich versuche auch weniger Weizen und Fleisch zu essen. Auf Laktose muss ich auch verzichten. Die Ärzte können nichts finden und man kommt sich vor wie ein Schauspieler.
    Die heilpraktikerin ist eine gute Idee, mir hat der Heilpraktiker auch schon mal sehr gut geholfen. Werde das auch noch mal in Angriff nehmen. Ich drücke dir die Daumen, das sich deine Probleme bald in Luft auflösen.

  2. Carina

    Juli 12, 2018 at 12:37 pm

    Du sprichst mir aus der Seele! Mir geht es seit 2015 ganz genauso hab auch schon alles mögliche ausprobiert und zu einer richtigen Lösung bin ich noch nicht gekommen! Manchmal geht es besser für kurze Zeit, manchmal schlechter … an manchen Tagen vertrage ich gewisse Lehensmittel und dann wieder nicht! Und du hast vollkommen recht, dass die Stimmung da sehr drunter leidet, wenn man Probleme mit dem Magen-/Darmtrakt hat .. vor allem in den Urlauben ist es zusätzlich etwas schlimmer .. Ich wünsch dir, dass es dir bald wieder gut geht! Bin erstaunt zu lesen, dass es noch mehreren so gejr wie mir und wir nicht allein leiden

  3. Jara

    Juli 12, 2018 at 4:08 pm

    Ich kenn das nur zu gut! Seit zwei Jahren habe ich nun Probleme damit, keiner konnte sich erklären warum – Magenspiegelung hat nichts gebracht. Letztendlich hab ich dann erahnen können (dank Google), dass ich unter Fructoseintoleranz leide. Das hat sich dann letztes Jahr auch bestätigt. Das war echt hart, da ich sonst fast jeden Tag Obst gegessen habe und darauf nun verzichten muss. Mittlerweile geht es mir besser, aber den Blähbauch hab ich trotz allem noch – und ich werde total schnell nervös seitdem. Mein Magen spielt verrückt, Panik steigt in mir hoch. Das ist gerade im Studium vor Klausuren die absolute Hölle, wenn man das Gefühl hat, sich gleich übergeben zu müssen. Aber so langsam habe ich Wege gefunden, die mir helfen – Beruhigungstee zB.
    Hoffe natürlich, dass es dir bald wieder gut geht! 🙂

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