„Allein sein“..

Nicht das Alleinsein macht einsam, sondern das Gefühl allein zu sein.

Meistens bin ich gerne „allein“. Meistens bin ich stolz auf mich, wie ich mir mein eigenes „Single-Leben“ aufgebaut habe. Früher konnte ich nicht alleine sein. Ich hatte Verlustängste. Sicherlich auch aus Gründen, die der Vergangenheit geschuldet sind. Ich habe immer Menschen um mich herum gebraucht. Ich habe immer einen Partner gebraucht. Sonst fühlte ich mich allein und einsam. Und der Sinn des Lebens bestand für mich darin jemanden an meiner Seite zu haben. Alle anderen glücklich zu machen. Meine Bedürfnisse mal durchzusetzen aber vorallem hinten anzustellen. Wenn andere Probleme hatten, war ich da und habe zugehört. Ich habe mir Lösungen überlegt. Ich habe nächtelang gegrübelt, wie ich helfen konnte. Meine eigenen „Probleme“ mal ansprechen?! Fehlanzeige. Die habe ich weg ignoriert. Mit mir selbst ausgemacht. Oder eben mit der Person, die darin involviert war.

Nur im Alleinsein können wir uns selbst finden. Alleinsein ist nicht Einsamkeit, sie ist das größte Abenteuer (Hermann Hesse)

Meistens bin ich glücklich. Meistens genieße ich es Single zu sein. Meistens habe ich das Gefühl, ich könnte die ganze Welt umarmen. Einfach, weil ich gesund bin und ein tolles Leben leben darf.
Das Problem, wenn man zu 90 % gute Laune und positive Vibes hat? Auf einmal sind viele Menschen damit überfordert, wenn man auf einmal auf dem Boden liegt. Plötzlich überwiegen diese 10 %. Diese Traurigkeit. Diese Einsamkeit. Diese Müdigkeit.
„Schlechte Laune steht Dir nicht, Dani. Wo ist deine positive Energie hin?“
Sorry dafür – ich bin auch nur ein Mensch.

Meistens gebe ich anderen Menschen das Gefühl, dass man alles schaffen kann, wenn man nur die richtige Einstellung hat. Meistens habe ich eine Mauer vor mir aufgebaut, lebe auf meiner rosaroten Wolke und lasse schlechte Energie nicht an mich heran. Meistens genieße ich jeden Tag, jede Sekunde, jeden Moment.
Und dann kommen Zweifel. Selbstzweifel. Dann will ich nicht mehr alleine sein. Dann vergesse ich, wie gut es mir die letzten Monate alleine ging. Dann kann ich es auf einmal nicht mehr genießen alle Entscheidungen für mich selbst zu treffen. Dann will ich, dass ein anderer auch mal für mich entscheidet. Und wenn es nur um’s Essen geht. Dann will ich mich einfach an jemanden ran kuscheln, den Moment genießen, mich nicht alleine fühlen, mich verstanden fühlen, mich gebraucht fühlen, mich geliebt fühlen. Dann will ich auf einmal mein Glück von einer anderen Person abhängig machen. Obwohl das so so so falsch ist.

Manchmal will ich nicht in den Tag hinein leben.
Manchmal will ich wissen, wie es weiter geht.
Manchmal bin ich so ungeduldig, dass ich mich selbst nicht wieder erkenne.
Manchmal will ich das einfordern, was mir zusteht. Was mich glücklich macht.
Manchmal will ich den Glauben an die Liebe verlieren.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mir nicht vergönnt ist die Liebe wieder zu erfahren.
Manchmal will ich Dich einfach schütteln „Worauf wartest Du noch? Warum fällt es Dir so schwer deine Gefühle zuzulassen? Warum ist das alles so hart?“
Manchmal erschlagen mich meine Gefühle.
Manchmal erkenne ich mich selbst nicht.
Manchmal frage ich mich, warum lieben so weh tun kann.

Wieso hat man das Gefühl, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man seine Gefühle zeigt?
Wieso hat man das Gefühl, dass man sich dadurch uninteressant macht?
Wieso muss man sich darüber überhaupt Gedanken machen? Wenn man einen Menschen toll findet, in ihn verliebt ist, dann ist es doch das Schönste der Welt, wenn man das auch zeigen kann und darf.
Wieso fühlt man sich aber dadurch schwach und verletzlich?
Wieso sind manche Menschen damit überfordert?
Wieso bekommt man wieder mal nicht die Chance die Liebe zuzulassen?

Meistens bin ich gerne allein. Meistens genieße ich jeden Moment mit mir. Meistens finde ich es toll so unabhängig und frei zu sein. Meistens belächle ich Aussagen „Wieso bist DU denn immer noch single? Na also Du hättest es ja auch endlich mal verdient glücklich zu werden!..“ Meistens denke ich mir dabei „Hey, es ist ok. Ich bin glücklich. Ich bin gerne alleine und ich brauche niemanden.“
Meistens.. Dann kommen Gefühle ins Spiel und dann sieht das alles wieder anders aus.

Manchmal möchte man aufgeben.
Manchmal fehlt einem der Mut.
Manchmal will man auf den Tisch hauen „So nicht mein Freund! Nicht mit mir! Ich bin mehr wert, als all‘ das, was Du mich durchleiden lässt“
Manchmal will man bockig sein.
Manchmal will man einfach auswandern.

Früher dachte ich, das Schlimmste, das im Leben passieren kann ist, am Ende ganz allein zu sein. Ist es nicht.
Das Schlimmste ist am Ende mit Menschen zu sein, die dir das Gefühl geben, alleine zu sein.

Manchmal fragt man sich, ob eine Person es wirklich wert ist, dass man so leidet.
Manchmal will man wieder Herr seiner Gedanken und Gefühle sein.
Manchmal will man seine Leichtigkeit und seine Freiheit wieder haben.
.. Doch man weiß, dass man da drin steckt. Mit dem Herzen. Und man gibt nicht auf. Noch nicht. Noch ein kleines bisschen..

dsc_0344

Advertisements

7 Gedanken zu “„Allein sein“..

  1. Toller Beitrag 😊 mir ging es lange Zeit ähnlich. Mittlerweile habe ich aber nur noch Menschen im meinem Umfeld, die mir gut tun und die genauso gerne Zeit mit mir verbringe, wie ich mit ihnen und die auch kein Problem haben, dass zu zeigen und darüber zu reden ☺

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s