Warum es OK ist eine FRAU zu sein und Kurven zu haben..

Ich bin für mehr Wunder und Flausen im Kopf. Für mehr Brause im Herzen und Musik in den Ohren. Führ mehr frei sein und mehr leben.

Ich stelle oft Bilder gegenüber. Früher habe ich das gemacht, um zu sehen, wie viel ich schon abgenommen habe. Denn nur auf Bildern sieht man den wirklichen Unterschied. Die Waage brauchen wir absolut nicht. Mittlerweile stelle ich die Bilder gegenüber, die deutlich zeigen, dass ich wieder zugenommen habe. Ob ich mittlerweile wieder meine „Ausgangsgewicht“ habe, das ich damals hatte, bevor ich so drastisch 16 kg abgenommen habe? Ich weiß es nicht. Es kann gut sein. Vielleicht 2-3 kg weniger. Aber letztendlich spielt das auch gar keine Rolle. Ich wiege mich nun schon seit Monaten nicht. (Leider werde ich nicht ganz drum herum kommen, da ich in 2 Wochen einen kleinen Eingriff und somit eine Vollnarkose habe, bei dem es wichtig ist, das exakte Gewicht anzugeben.) Und das ist auch gut so. Ich brauche keine Waage, um zu wissen, dass ich zugenommen habe. Ich brauche auch diese Vergleichsbilder nicht. Man merkt das ja. An den Klamotten. Ich glaube, mir passen insgesamt nur noch 2-3 Hosen aus meinem Kleiderschrank. Ja, das ist manchmal deprimierend. Manchmal würde ich mich gerne heulend auf’s Sofa legen und die nächste Crash-Diät starten.

Ich habe mir damals mein Essverhalten ziemlich kaputt gemacht. Und ich muss sagen, dass ich heute – fast 3 Jahre später – leider immer noch damit kämpfe. Mein Gedanken kreisen noch viel zu oft um das Thema Essen. Aber es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und auch wenn es hart ist und ein steiniger Weg – man muss anfangen diesen zu beschreiten, dann wird es irgendwann besser werden.

Dabei geht es mir noch nicht mal hauptsächlich darum mit einem „normalen“ Essverhalten wieder 10 kg abzunehmen. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich möchte nicht gerne wieder etwas weniger Speck auf den Hüften haben. Viel wichtiger ist mir einfach, dass man aus der aktuellen Situation, dem JETZT, einfach immer das Beste macht.

Vor 3 Jahren war es mir besonders wichtig schlank zu sein. Einen Sixpack-Ansatz zu haben. Größe 36 zu tragen. Möglichst fit und sportlich zu sein. Je dünner meine Beine wurden, desto schöner fand ich das. Meine Mama hat immer gesagt, dass wir Frauen in der Familie mit „Reiterhosen-Oberschenkeln“ bestückt sind. Dass wir quasi niemals schlanke Oberschenkel haben können. Pah! Von wegen! Da habe ich Dir und mir erstmal schön das Gegenteil bewiesen. Und was hab ich davon? Nichts.. Ich wollte immer mehr, immer schlanker sein. Ich hatte so eine falsche Selbstwahrnehmung. Hab viel zu wenig gegessen, viel zu viel Sport gemacht. Es war schon Routine. Ich dachte nicht weiter drüber nach. Es lief einfach so. Es war also unmöglich den Ausmaß zu sehen, den diese Routine langsam aber sicher annahm. Ich fand mich nicht schön. Ich fand mich auch nicht schlank. Ich fand mich viel zu dick. Es war grauenhaft. Ich redete mir Speck ein, wo einfach nur Haut war. Ein kurzer Ausflug in meine Vergangenheit.

Heute, mit 26 Jahren, weiß ich, dass es soooo viel Wichtigeres gibt, als schlank zu sein. Natürlich ist es nicht gesund, wenn man stark übergewichtig ist. Darauf will ich gar nicht hinaus. Und das bin ich natürlich auch nicht. Ich weiß, dass ich für manche vielleicht die eine oder andere Speckfalte zu viel habe. Dass es für manche vielleicht nicht schön aussieht, wie ich mich „präsentiere“. Andere wiederum finden meine Speckfalten lächerlich, weil sie vielleicht nicht so groß sind wie andere.
However – jeder hat einen anderen Geschmack. Jeder bevorzugt eine andere Figur. Jeder sieht anders aus. Jeder denkt anders. Keiner kann immer alles und jeden toll finden. Wäre ja auch schlimm, wenn das so wäre. Manche denken vielleicht Häh? Du machst doch ziemlich viel Sport?! Müsstest Du nicht durchtrainierter sein?!“ So viel Sport mache ich gar nicht mehr. Also – nein! Ich bin nicht sichtbar durchtrainiert. Aber wisst ihr was? Ich bin fit! Ich habe eine mega geile Kondition. Schaffe beim Laufen eine Pace von der ich in meinen „schlanken Tagen“ nur geträumt habe. Ich habe Kraft. Ich habe Power. Ich habe Elan. Ich habe einen Willen. Ich bin glücklich. Ich lebe!!

Ich bin kein kleines Mädchen mehr, die sich vor Freundinnen beweisen muss. Die versucht das über ihre Figur zu tun. Die denkt, dass das das Wichtigste im Leben ist – gut auszusehen.

Ich bin eine Frau. Eine junge Frau. Ich habe ein Recht Kurven zu haben. Ich hätte aber auch das Recht schlank oder durchtrainiert zu sein. Es ist sowas von egal, wie ich aussehe. Es wäre auch egal, wenn ich schwarze Haare hätte. Das alles hat nämlich überhaupt nichts zu sagen. Ich würde heute nicht eine Sekunde zögern Menschen aus meinem Leben zu streichen, die oberflächlich sind oder meinen mich mit anderen Augen betrachten zu müssen, nur weil ich vielleicht nicht so schlank bin wie sie.

Ich darf einen Burger mit Pommes und einen Nachtisch verdrücken, ohne blöd angesehen zu werden.
Und ich darf auch mal nur einen Salat bestellen, weil mir das eben auch schmeckt.
Ich darf im Sommer Shorts und einen Bikini tragen – genau wie jeder andere Mensch auch.
Ich darf zu meinem Körper stehen und ich darf mich schön finden.
Ich respektiere es, wenn Andere hart an ihrem Körper arbeiten, um eine gute Form zu erhalten.
Ich respektiere es aber auch, wenn Menschen mit Krafttraining nichts am Hut haben und maximal ab und zu mal laufen gehen (Sport generell ist gesund! Komplett verzichten sollte man darauf also nie!!!)
ch respektiere es, wenn Menschen mit Leidenschaft bei der Sache sind. Ich liebe es, wenn Menschen leidenschaftlich leben.

Ich finde, dass das Wichtigste nicht die Figur oder das Aussehen ist. Das Wichtigste überhaupt ist, dass man selbst glücklich und zufrieden ist und vor allem gesund ist. Dass man tolle Momente mit Menschen verbringt, die einem sehr viel bedeuten. Dass man lacht und Spaß hat. Gute Gespräche, Wein und leckeres Essen. Dass man überschüssige Energie beim Sport rauslässt.
Das allerwichtigste ist, dass man jeden leben lässt, so wie er/sie es möchte! Ich wünsche mir mehr Respekt gegenüber anderen Menschen! Mehr miteinander. Weniger Oberflächlichkeit.

Ich wünsche mir, dass mehr Frauen sich sagen trauen
Es ist okay, dass ich eine Frau mit Kurven bin..

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7 Gedanken zu “Warum es OK ist eine FRAU zu sein und Kurven zu haben..

  1. Super toller Post Dani!
    Du bist eine so tolle Frau! Und ich kann mich so gut mit dir identifizieren. Ich folge dir bereits seit über 3 Jahren und habe deinen ganzen Weg verfolgt.
    Deine Einstellung ist einfach super!!
    Ich habe vor ca 4 Jahren auch knapp 10 kg abgenommen und das ganze auch einige Jahre gehalten. Seit ca 1,5 Jahren habe ich langsam aber stetig beinahe alles wieder zugenommen aber ich fühle mich trotzdem glücklicher, ausgeglichener und fitter.
    Manchmal hat man allerdings trotzdem so einen Unterton im Hinterkopf, der einem sagt, man solle doch mal wieder etwas mehr auf seine Ernährung achten 😞 Es ist schwer die Balance zu finden. Aber gerade dafür ist es so wundervoll wenn es Mädels wie dich gibt, die offen aussprechen und aufschreiben, was so viele im inneren bedrückt. Mach weiter so, ich danke dir für deine immer passenden Worte ❤

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    1. Liebe Jana,
      schön, dass Du mir schon so lange folgst und auch meinen ganzen Weg „miterlebt“ hast. So etwas freut mich immer unglaublich!! Vielen vielen Dank für deine lieben Worte. Schön, dass auch Du deinen Weg zum „glücklich“ sein gefunden hast und eingesehen hast, dass die Figur dabei keine Rolle spielt. Ja den Unterton im Hinterkopf habe ich auch immer mal wieder. Und ja, es ist schwer, die Balance zu finden. Auch für mich. Aber aufgeben ist keine Option. Jeden Tag weiter daran arbeiten – dann wird es immer besser.
      Ich wünsche Dir alles Liebe und hoffe, dass ich Dich weiterhin mit meinen Posts ansprechen kann 🙂

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  2. AMEN!!!
    Du schreibst genau das was ich mir auch jeden Tag aufs neue denke!!
    Vielen Dank für diese ehrlichen Worte und ich finde du hast so Recht.
    Wieso sollte man sich nicht in seiner Haut wohl fühlen dürfen, egal wie viel Kilo zu viel ich habe, solange ich glücklich bin?
    Auch ich habe schon drastisch abgenommen, aber war nie „wirklich glücklich“.
    Immer habe ich darauf geachtet, wie viel ich noch essen kann ohne das ich am nächsten Morgen wieder einen dicken Bauch habe….total Schwachsinnig im Nachhinein.
    Du bist wirklich klasse und deine Themen sprechen mir immer aus der Seele, Danke dafür!! 🙂
    Viele Grüße aus Bayern

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  3. Liebe Dani,
    vielen vielem Dank für deine Offenheit und Ehrlichkeit! So was brauchen wir.
    Natürlich soll man sich in seiner Haut wohlfühlen, aber man soll sich selber treu sein und nicht dem Druck unserer schlanken und durchtrai ierten Gesellschaft nachgehen.
    Jeder soll seinen eigenen Weg gehen. vor allem für uns Frauen ist es enorm wichtig, zu wissen, dass wir schön sind, auch wenn keine Victoria Secret Modelfigut haben…diese sind nicht mal schön!

    Ich bin zwar ein wenig „enttäuscht“, dass mir der eine oder andere Rock in Größe 34 nicht mehr passt, aber ich möchte lernen, mich wieder wohlzufühlen, ohne daran zudenken…huch jetzt habe ich wieder zu viel gegessen.

    Ich möchte gerne deine Gedanken als Vorbild nehmen. Vor allem Sport zu betreiben um fit zu sein und nicht um schlank und durchtraniert zu sein.

    Danke und alles liebe!

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    1. Liebe Anna Karin,
      vielen lieben Dank für deine lieben Worte!!
      Schön, dass du auch die richtigen Gedanken dazu hast bzw. auf dem richtigen Weg bist. Es gibt einfach so viel Wichtigeres!
      Ich wünsche Dir alles Liebe.
      Dani

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