Zurück ins Leben

Zurück ins Leben..

.. Im Moment habe ich in meinem Kopf ganz viele unterschiedliche Fragen.. Fragen, auf die es oft keine Antwort gibt. Oder sagen wir mal so – keine richtige Antwort.

Diese Fragen beschäftigen mich sehr und ich möchte euch mal kurz erklären, wieso mich diese Fragen so sehr beschäftigen..

Nun ja.. ich schätze ich hätte ganz viele wertvolle Erfahrungen nicht gemacht, wenn ich nicht mit Instagram angefangen hätte.. Viele tolle Menschen nicht kennengelernt.. Würde jetzt nicht in Hamburg wohnen.

Aber genauso hätte ich mir dadurch „negative Erfahrungen“ sparen können. Wobei – wenn ich mal wieder auf meine eigenen Worte hören würde, dann würde ich wissen, dass nichts durch Zufall passiert. Ich habe Anfang 2014 mit meinem Account bei Instagram gestartet weil ich – wie tausend andere Menschen – abnehmen wollte und noch mehr über den „Fitnesslifestyle“ erfahren wollte.. Dass ich mal an dem Punkt bin, an dem ich eben heute bin (mit über 18.000 Followern!!!), hätte ich mir damals absolut nicht vorstellen können. Für so viele Menschen da draußen bin ich eine Motivation und Inspiration! Ist wirklich ein geiles Gefühl.

Ich habe durch diese App so viele tolle Menschen kennengelernt. Einige leider nur durch Schreiben, Sprachnachrichten etc. andere durfte ich aber auch schon persönlich kennenlernen ♥  Außerdem konnte ich viel über Sport und gesunde Ernährung lernen.

Nur leider musste ich auch feststellen, dass dieser Druck immer was posten zu „müssen“.. seinen Körper zu Schau stellen zu „müssen“ und die ganzen tollen Körper, die da vertreten sind auch eine negative Seite haben.. Ich wollte immer mehr. Habe immer weniger gegessen. Mein Leben drehte sich schon bald nur noch um das eine – Essen!!

Wann darf ich essen? Wie viel darf ich heute noch essen? Ist das Essen schön genug für Instagram? Wie gesund ist das Essen?

Es wurde irgendwann wirklich „krankhaft“. Freunde und Familie haben sich langsam aber sicher Sorgen um mich gemacht. Haben mich immer wieder gefragt, wie viel ich denn noch abnehmen möchte. Haben mir immer wieder gesagt, dass es langsam zu wenig wird. Ich habe immer nur gelächelt und war der festen Überzeugung, dass ich doch schon lange nicht mehr am Abnehmen bin und ich alles unter Kontrolle habe. Ich wurde immer dünner und meine Portionen beim Essen immer kleiner. Selbst meine „Follower“ haben das gemerkt. Aber ich war so in meinem Wahn gefangen und hatte ein völlig falsches Selbstbild, das ich lange so weiter gemacht habe.

Ich weiß nicht genau wann ich „aufgewacht“ bin.. Ich schätze, das war nach der Trennung von meinem Exfreund. Ich habe einfach festgestellt, dass ich in dieser Beziehung schon lange nicht mehr glücklich war und ich deshalb wahrscheinlich auch unterbewusst zu wenig gegessen habe. Weil ich einfach keinen Hunger hatte. Nach der Trennung hat sich so einiges verändert in meinem Leben. Mir ging es aufeinmal wieder gut und ich war so glücklich wie lange nicht mehr. Also habe ich gegessen, gegessen und gegessen. Alles worauf ich Lust hatte.. alles, was ich mir wahrscheinlich auch teilweise unterbewusst „verboten“ hatte. Nudeln.. Pizza.. Chips und und und.. Was ja alles an und für sich wirklich kein Problem ist.. Aber ich habe das wirklich in MASSEN gegessen. Dann kam auch schon kurz darauf die Entscheidung, dass ich nach Hamburg ziehen werde. Dadurch war noch mehr Chaos in meinem Leben und mein Essen bestand weiterhin aus FastFood oder Dingen, die eben einfach schnell gehen oder schnell bestellt sind. Sport habe ich in dieser Zeit auch fast keinen mehr gemacht. Ich hatte ja nun einiges zu tun mit Umzug, Wohnung suchen, Job suchen usw. Was war also die Folge? Ich habe zugenommen.. (nicht wirklich viel.. aber für Menschen, die ziemlich auf das Gewicht fixiert sind oder waren, ist das erstmal ätzend..)

Ich bin also von dem einen Extrem ins andere gerutscht (genauso, wie ich jetzt gerade beim Schreiben ganz schon ausschweife.. aber das macht ja nichts 🙂 ).

Erst viel zu wenig gegessen und aufeinmal so viel gefressen, bis ich beinahe geplatzt bin. Alles was gut war und alles was ich mir fast 1 Jahr lang „verboten“ habe oder nur in Maßen gegönnt habe wurde in meinen armen Bauch gestopft..

ABER!! Mir ging es gut in der Zeit.. Also nicht unbedingt psychisch.. So eine Veränderung im Leben muss man ja auch erstmal verdauen 😀 Aber ich habe das Essen nicht als Feind betrachtet und fande meinen Körper auch gut, so wie er war. Ich hatte zwar ab diesem Zeitpunkt mit einem ziemlichen Blähbauch zu kämpfen (den ich bis jetzt leider noch nicht losgeworden bin)- aber da fand ich das nicht soooo schlimm.

Ich hatte in dieser Zeit auch einen Menschen kennengelernt, der mir einfach rundherum das Gefühl gegeben hat begehrenswert, hübsch und einfach toll zu sein (im Nachhinein dann als rießen Arschloch entpumpt – aber für den Moment war das ja egal 😀 ) und dadurch habe ich wieder ein besseres Selbstwertgefühl bekommen. Ja ich weiß.. erschreckend und irgendwie doof, dass ich das nur durch einen anderen Menschen wieder bekommen habe. Aber ich hatte es immerhin.

In Hamburg „angekommen“ hat sich das alles erstmal noch nicht wirklich eingependelt.. Ich hatte 3 Wochen lang noch keine Wohnung.. Hatte einen neuen Job.. eine neue Umgebung.. neue Freunde usw. Von einem „geregelten“ Alltag war ich weit entfernt. Ich habe anfangs also auch wenig Sport gemacht und viel „gefressen“. Ich nennen es bewusst so.. weil es kein normales essverhalten mehr war. Ich habe einfach gegessen.. Ich habe gegessen weil ich dachte es ist essenszeit (Frühstück, Mittag oder Abendessen).. ich habe gegessen weil ich langeweile hatte.. ich habe gegessen weil ich mich einsam gefühlt habe.. ich habe gegessen weil es gut schmeckt.. Ich habe aus so vielen Gründen gegessen – nur eines habe ich nicht. Ich habe nicht nur dann gegessen, wenn ich auch wirklich HUNGER hatte.. Das ging teilweise wirklich so weit, dass mir schlecht war.. dass ich randvoll war.. Ich (jaaaa ICH!!) habe mich an Chips überfressen, sodass ich seit ein paar Wochen keine mehr gegessen habe.. ich habe meinem Körper absolut nichts gutes getan..

Die Hosen wurden also enger.. ich hatte so viel Wasser in meinem Körper und ich war einfach nur totunglücklich.. Auf Toilette konnte ich auch noch selten.. Ich habe das Essen gehasst und gleichzeitig geliebt..

Ich liebe es zu kochen.. Aber was ist das schon, wenn man für sich alleine kocht? Wenn man sich alleine hinsetzt, um das zu essen. Wenn man währenddessen keine Unterhaltung hat.. Ich fühlte mich einfach so oft so einsam.. Das ist ja auch die erste richtig lange Zeit für mich, in der ich alleine bin. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen.

Nach tausend verschiedenen Gedanken schnell abzunehmen.. Zu Fasten.. Zu Detoxen.. Nur obst zu essen.. Almased zu machen und und und (Ganz wichtig – nichts davon habe ich in der letzten Zeit gemacht!! Es waren NUR Gedanken!!) habe ich irgendwann erkannt, wo mein eigentliches Problem liegt.. ICH SELBST bin und war das Problem und mein größter Feind.! Nichts das Essen! Nicht Instagram. Nicht irgendeine andere Person.. oder ein Profil. Nein! Nur ich… Ich war so unglücklich und unzufrieden mit allem, dass ich einfach alles in mich reingefressen habe. Soll ich euch sagen, wann ich das erkannt habe?? Jetzt gerade – während ich hier so schreibe 😀 Ich wusste und weiß, dass ich etwas an meinen Gedanken und an meiner Einstellung ändern muss. Ich will weg von dem „Zwang“ zu essen. Ich will weg von den Gedanken „du brauchst noch mehr eiweiß, dass deine Muskeln nach dem Training besser versorgt werden, um schneller zu wachsen“.. Vielmehr möchte ich wieder zu dem Gedanken „ich bin toll so wie ich bin und ich habe NICHT das Ziel auszusehen, wie eine Bodybuilderin!!“

Ich weiß, dass der Weg „zurück“ hart wird.. Dass es Momente geben wird, in denen ich mich „dick“ fühle und am liebsten garnichts essen würde.. Aber das ist ok. Kein Weg ist leicht. Man muss nur immer mit „kleinen“ schritten anfangen und nicht zu viel von sich selbst erwarten. Eins nach dem anderen.. Ich werde jetzt erstmal anfangen wieder auf meinen Körper zu hören und nur dann zu essen, wenn ich wirklich Hunger habe. Und nicht nur weil jetzt z.B. gerade Mittagszeit ist oder man sich zum Essen verabredet hat. Wenn man keinen Hunger hat, wieso soll man dann essen? Ich hatte schon mal so ein gutes Gefühl dafür wann ich Hunger habe und wann ich satt bin – da möchte ich wieder hin kommen. Ohne irgendeine Diät.. ein Programm oder irgendwas anderes. Ich möchte und WERDE einfach leben und meinem Körper das geben, was er braucht – meine Liebe!i

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2 Gedanken zu “Zurück ins Leben

  1. Hey,
    Ich weiß genau was du meinst. Ich selber habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht wie du. Ich habe mich getrennt bzw. wurde verlassen obwohl ich jetzt im Nachhinein weiß das ich selber total unglücklich war und schon 2 Monate vor der Trennung ausgezogen bin, nur damals dachte das hat rein gar nichts mit der Beziehung zu tun, bzw mir das nicht eingestehen wollte. Ich wollte mein eigenes Leben. Das ist jetzt 8-9 Monate her und ich habe in diesen Monaten Phasen durchlebt wie noch nie. Ich habe gefeiert, ich habe zu viel Alkohol getrunken (vorher gar nicht meine Art), ich habe erst 4 Kilo abgenommen und danach 7 Kilo wieder zugenommen. Ich habe gefressen (auch das kannte ich nicht von mir ) , ich habe vieles umgestellt, ich habe super viel Sport gemacht ( teilweise um noch mehr essen zu können). Ich war nie dick und bin auch nicht dick. Ich sage immer ich bin gerade in der dicksten Phase meines Lebens, weil ich früher so bis 15 zu dünn war! und auch bis jetzt 23 immer schlank. Und auch jetzt habe ich eigentlich nur 3 Kilo zugenommen, es fühlen sich aber manchmal an wie 10 Kilo. Ich hatte nie die 6 vorne stehen und jetzt muss ich mich damit abfinden.
    Ich denke ich habe schon vieles erreicht in den fast 9 Monaten und sehr viel über mich selber herausgefunden. Auch ich war nie zufrieden mit mir und meiner Figur, selbst als ich eine ziemliche Traumfigur hatte . Das heutige Leben macht es nicht leichter auf seine innere Stimme zu hören, so viele Traumkörper und Ratschläge, wie man das perfekte Leben führt…., aber wie mein Leben aussieht das gestalte ich immer noch selber würde ich sagen 😉
    Deine Beiträge sind unglaublich aufbauend und inspirierend und man fühlt sich danach verstanden 🙂 Danke dafür 😉
    Liebe Grüße Judith

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    1. Liebe Judith
      Vielen vielen Dank für deine lieben Worte! Und vielen Dank, dass du auch einen Teil deines Weges hier mit mir/uns teilst.
      Du hast absolut Recht mit deinen Worten. Heutzutage ist das ziemlich schwer dem Körper nicht so viel Beachtung zu geben. Aber wir sind auf dem Besten Weg 🙂
      Alles liebe und gute für Dich
      Dani

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