Allgemein gedacht Life

In diesem Jahr habe ich besonders viel gelacht…

.. und auch besonders viel geweint

Das Jahr neigt sich dem Ende. In ein paar Wochen können wir wieder auf diversen Blogs verschiedene Jahresrückblicke lesen. Ich mag das. Ich finde es toll, wenn man am Ende eines Jahres nochmal alles Revue passieren lässt, was man so erlebt hat. Ich finde es wichtig, dass man sich die Momente nochmal ins Gedächtnis ruft, in denen man glücklich war. In denen man gelacht hat. In denen man einfach ohne wenn und aber gelebt hat. Aber genauso wichtig ist es, dass man auch an die Momente denkt, in denen man geweint hat. In denen man am Boden war. In denen man nicht weiter wusste. Solche Momente hat wohl nahezu jeder.

Wenn ich also schon mal einen kleinen Jahresrückblick wage, dann sehe ich unheimlich viel.
Ich sehe Wochendendtrips mit Freundinnen. In einem Baumhaushotel, an der Ostsee, an der Nordsee. Spontane Trips nach Dänemark. Einen Urlaub auf Zakynthos. London, Berlin. Eine Hochzeit an der Ostsee. Viele schöne Sommertage in Hamburg. Mein erster Halbmarathon. Kanu fahren auf der Alster. Spontane Weinabende. Inkl. Rotwein, Weißwein und Tränen. Spaziergänge an der Alster. Sonnenuntergänge an der Elbe.
Ich sehe ganz viele glückliche Momente. Ich sehe, wie oft ich gelacht habe. Wie oft ich zufrieden war. Wie sehr ich gelebt habe.

Ich sehe auch, dass ich in diesem Jahr noch ein Stück gewachsen bin. Ich bin manchmal über mich hinaus gewachsen. Ich habe viel dazu gelernt. Ich habe mich auf Arbeit weiter entwickelt. Ich bin stärker geworden.

Vorallem bin ich stärker geworden, weil ich meine Gefühle zu jeder Zeit zulassen kann. Ich kann verliebt sein, auch wenn ich es mir nicht vorgenommen habe. Ich kann traurig sein, wenn am Ende wieder nichts draus wird. Ich kann mich mit mir auseinander setzen. Ich kann, nachdem

ich einiges angesammelt habe, wieder loslassen. Ich kann stark sein, indem ich auch mal schwach bin.
Ich war in diesem Jahr traurig.
Ich war traurig, weil ein paar Menschen es nicht für wichtig empfunden haben auch Teil in meinem Hamburger Leben zu sein.
Ich war traurig, weil ich das Gefühl hatte weniger wert zu sein und weniger zu können, als andere Menschen.
Ich war traurig, weil ich mich verliebt habe und es nichts wurde.
Ich war traurig, weil ich manchmal nicht so Recht wusste, wo mein Platz im Leben ist.

Wir haben Ende November. Für mich eine besondere Zeit. Die Weihnachtszeit hat mich schon immer sehr berührt. In der Weihnachtszeit ist mein Geburtstag. An meinem Geburtstag gab es immer ein Frühstück. Schon seit ich klein bin. Wir haben mit der Familie zusammen gefrühstückt. Später, als ich meine eigene Wohnung hatte, habe ich dann zumindest abends meine Familie gesehen. Dieses Jahr ist das das erste Jahr, in dem meine Familie nicht da sein wird. Und ja, auch das macht mich furchtbar traurig. Ich habe wundervolle Menschen um mich, die diesen Tag hier in Hamburg mit mir verbringen. Aber Familie ist eben Familie.

Manchmal, da frage ich mich, wie mein Leben geworden wäre, wenn ich nicht nach Hamburg gezogen wäre. Ich bereue diesen Schritt nicht. Keine einzige Sekunde. Ich liebe es hier zu leben. Aber tja.. Manchmal frage ich mich dennoch wie das alles jetzt wäre. Manchmal will man zurück in die Vergangenheit. In vertraute Gegenden. In denen man aufgewachsen ist. Manchmal, da vermisst man es, dass man jeden überall kennt. Manchmal, da will man, dass alles so ist, wie früher. Auch wenn das quatsch ist. Denn so wird es niemals mehr werden. Und man wünscht sich das auch dann, wenn man aktuell glücklich ist.

Die Weihnachtszeit macht mich sentimental. Ich fühle generell schon immer sehr stark. Und zu dieser Zeit verdreifachen sich meine Gefühle. Da möchte ich mich einfach nur zu Hause einschließen und die Welt ausblenden. In dieser Zeit bin ich nicht stark. Denn bei jedem Weihnachtslied, bei jeder Weihnachtsdeko, bei jedem Glühweinduft könnte ich einfach nur weinen. Nicht weil ich unglücklich bin. Sondern, weil mich das einfach traurig macht.

Ich denke, wir sind manchmal so fixiert darauf, dass wir immer positiv und glücklich sein sollen, dass wir oftmals gar nicht merken, wie es Menschen hinter dieser Fassade geht. Wir sind zu 90 % gut drauf. Wir lachen. Wir strahlen. Wir sind lustig. Und wir sind positiv. Und das schaffen wir. Den ganzen Tag. Und an manchen Tagen schließen wir die Tür hinter uns und dann bröckelt diese Fassade. Und dann fühlt man sich schwach. Weil man doch immer glücklich sein Leben leben soll. Weil man positiv sein soll. Aber Schwäche gehört dazu. Ich finde, man muss Schwäche auch mal zulassen, um dann wieder gestärkt weiter zu machen. Und es ist auch ok manchmal zu zweifeln. Und es ist vollkommen ok in der Weihnachtszeit Heimweh zu haben und sentimental zu sein.

Was aber nicht ok ist, dass man sich deswegen dauerhaft verkriecht. Denn auch in dieser wundervollen, zauberhaften, magischen und stillen Zeit gibt es nicht nur traurige Momente. Sondern auch intensive, schöne und lustige Momente.

In diesem Jahr habe ich besonders viel gelacht. Ich hatte wahnsinnig tolle Momente. Ich habe so viel erlebt. Ich bin gewachsen. Ich habe gelebt. Und in diesem Jahr habe ich auch besonders viel geweint. Weil ich oft mal Zweifel hatte. Diese Zweifel haben mich aber weiter gebracht. Sie haben mich genauso durch das Jahr gebracht. Sie haben mich stark gemacht.

8 Comments

  1. Jule

    November 28, 2017 at 8:19 pm

    So schön geschrieben. Ich kenne das Gefühl in der Weihnachtszeit. Danke, dass du so ehrlich bist. Dass du deine Gefühle aussprichst. Das ist heutzutage nicht üblich. Viele wollen stark sein oder zumindest so wirken. Danke dafür! 🙂

    1. DaniBanani

      November 28, 2017 at 8:21 pm

      Ich glaube in der Weihnachtszeit sind ganz viele Menschen besonders sentimental. Ich danke Dir für deinen lieben Kommentar ♥

  2. Vera

    November 28, 2017 at 8:52 pm

    Ich bin meistens stille Mitleserin, aber nun muss ich dir doch mal für deine ehrliche Art danken! Ich lese deine Beiträge sooo gern. Ich bewundere deinen Schritt “Umzug/Leben in Hamburg” von Anfang an. Wenn ich in eine andere Stadt ziehen müsste (müsste weil ich es glaube ich nicht könnte ), würde ich auf jeden Fall auch Hamburg wählen. Und jetzt – genau dieser Blogeintrag – spricht mir sowas von aus der Seele. Sentimental in der Weihnachtszeit – oh jaaaa!! Wie als hätte ich den Beitrag selbst geschrieben! Wirklich toll!!! Mach bitte weiter so! 🙂
    Schönen Abend ❤️

    1. DaniBanani

      November 28, 2017 at 8:56 pm

      Vielen Dank liebe Vera, für deine lieben Worte! ❤️ Fühl dich gedrückt.

  3. Rike

    November 28, 2017 at 8:58 pm

    Auch wenn ich deine Familie nicht ersetzen kann, freu ich mich schon darauf an deinem Geburtstag mit dir zu Frühstücken! ♥
    Ich drück dich Mausi!
    Rike
    http://www.rikelila.com

    1. DaniBanani

      November 28, 2017 at 9:24 pm

      Du bist aufjedenfall ein Stück Familie hier in Hamburg Maus ❤️ Denn ohne dich wäre ich gar nicht hier. Und deswegen freue ich mich auch schon sehr auf unser Wochenende und das Geburtstagsfrühstück mit dir. Ich hab dich lieb

  4. Lisa

    November 28, 2017 at 9:21 pm

    Ich kann dich so gut verstehen, mich macht Weihnachten auch immer traurig. Aktuell bin ich im Auslandssemester und gerade die Vorweihnachtszeit lässt mich meine Familie total vermissen <3 zum Glück geht es an Weihnachten nach Hause !
    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte, es ist bestimmt nicht leicht, sich so zu offenbaren .. es tut gut, zu lesen, dass es auch noch andere Menschen gibt, die ständig Gefühlsachterbahn fahren und dass das vollkommen okay ist. 🙂
    Ich wünsche dir einen schönen Geburtstag, auch ohne Familie. Irgendwie ist es doch auch schön, dass man Menschen in seinem Leben hat, die einem so viel bedeuten und nach denen man so ein starkes Verlangen hat. Fühl dich gedrückt <3

    1. DaniBanani

      November 28, 2017 at 9:25 pm

      Ich drücke dich zurück. Und auch ich finde es immer wieder beruhigend zu sehen, dass es so viele Menschen gibt, die ähnlich denken oder fühlen. Und ja.. du hast recht. Es ist ein schönes Gefühl, dass es Menschen gibt, die einem so viel bedeuten und nach denen man so ein starkes Verlangen hat ❤️

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